Allgemein

nach oben

Arthrose

Unter Arthrose versteht man eine übermäßige, d.h. das altersübliche Maß übersteigende Gelenksabnützung. Grundsätzlich kann man 2 Formen unterscheiden:

  1. primäre Arthrose: bei dieser Form ist die Ursache unbekannt, vermutet wird eine biologische Minderwertigkeit des Knorpelgewebes
  2. sekundäre Arthrose: tritt in Folge von Gelenksentzündungen, mechanischer Fehl- oder Überbelastungen oder metabolischer Erkrankungen auf.

Grundsätzlich können alle Gelenke des menschlichen Körpers von arthrotischen Veränderungen betroffen sein. Zu den häufigsten Lokalisationen im deutschsprachigen Raum zählen:

  • Kniegelenk
  • Hüftgelenk
  • Sprunggelenk
  • Schultergelenk
  • Hand- und Fingergelenke
  • Gelenke an der Wirbelsäule

Die Diagnostik erfolgt in erster Linie durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT). Neben einer sorgfältigen klinischen Untersuchung des Patienten ist eine detaillierte Schilderung von Beschwerdecharakter, Verlauf und genauer Lokalisation von besonderer Bedeutung.

Die Behandlung der Arthrose kann einerseits rein symptomatisch im Sinne einer Schmerzlinderung erfolgen. Die gängigsten Verfahren diesbezüglich sind die Einnahme vonschmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten, sowie die Durchführungphysiotherapeutischer Maßnahmen.

Eine Alternative zur rein symptomatischen Therapie stellt die kausale Behandlung der Arthrose dar, bei der man versucht, die schmerzauslösenden Ursachen zu beseitigen und ein Fortschreiten der arthrotischen Gelenksveränderungen zu verhindern. In erster Linie stehen operative Verfahren (Gelenksspiegelung mit Ausspülung des Gelenkes, Knorpelersatzoperationen oder ein künstlicher Gelenksersatz) in Abhängigkeit des Fortschreitens der Arthrose zu Verfügung.

Nicht ausreichend belegte Behandlungskonzepte beinhalten die Einnahme von sog.“knorpelaufbauenden” Substanzen (Hyaluronsäure, Chondroitin, Interleukin-1-Antagonisten), die jedoch in Einzelfällen durchaus zufriedenstellende Ergebnisse liefern können.

nach oben

Knorpelschäden

Die Gelenkflächen des menschlichen Körpers bestehen aus hyalinem Knorpel. Dieser weist eine hohe Druckelastizität auf und ist beim Erwachsenen frei von Gefäßen und Nerven. Die Ernährung der Zellen muss daher über Diffusion erfolgen, was beim Gelenkknorpel über die Synovialflüssigkeit (Gelenksflüssigkeit) erfolgt.

Knorpel ist eines jener Gewebe des menschlichen Körpers, das nur eine sehr beschränkte Fähigkeit zur Regeneration nach Verletzung, Schädigung oder Verschleiß besitzt. Deshalb gilt es in der Gelenkschirurgie den Knorpel mit allen Mitteln zu schonen und zu erhalten. Ziel jeglicher Behandlung von Knorpelschäden ist es, die Oberfläche des hyalinen Gelenkknorpels so glatt und friktionsfrei wie nur irgendwie möglich wieder herzustellen.

Knorpelschäden können von reiner Knorpelerweichung, Aufrauung, Rillenbildung und Kraterbildung (Knorpelulcus) bis hin zu totalem Knorpelverlust mit freiliegendem Knochen (Knochenglatze) reichen. Das führt zu Schmerzen bei der Bewegung und langfristig zu Arthrose. Besonders häufig ist das Knie betroffen, weil das Kniegelenk stark beansprucht wird, und durch Sportverletzungen schnell ein Knorpelschaden entstehen kann.

Je nach vorliegendem Stadium der Schäden gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Die angewandten Techniken reichen von intraartikulären Injektionskuren (Hyaluronsäure, PRP) und reiner Knorpelglättung über Mikrofrakturierung (micro fracturing) und Mosaikplastik (OATS) bis hin zu Knorpelzelltransplantationen (MACI) und partiellem bzw. totalem künstlichen Gelenksersatz.

Bei der Mikrofrakturierung wird das Selbstheilungspotential des menschlichen Körpers ausgenutzt. Durch das Erzeugen kleiner Löcher im Knochen an der Stelle des Knorpeldefekts bildet sich dort ein Blutkuchen, der sich nach einiger Zeit in Ersatzknorpel umwandelt. Dieser neu gebildete Knorpel weist zwar nicht die gleichen biomechanischen Eigenschaften wie der ursprüngliche hyaline Gelenksknorpel auf, kann aber eine rasche weitere Gelenkschädigung verhindern. Eine Mobilisierung ohne Belastung zu Beginn ist nach solch einem Eingriff notwendig.

Bei der Mosaikplastik hingegen werden Knorpel-Knochenzylinder aus nicht beanspruchten Gelenksregionen entnommen und in das Defektareal eingesetzt. Auch hier darf postoperativ nicht sofort voll belastet werden.

Die Knorpelzelltransplantation stellt eine hochentwickelte Methode dar, die allerdings nur in ausgewählten Fällen zum Einsatz kommt. Hierbei wird in einem ersten Schritt Knorpelgewebe entnommen und neuer Knorpel im Labor gezüchtet. Bei einem Zweiteingriff kann dann der neu gezüchtete Knorpel auf einem Trägermaterial in das Defektareal eingebracht werden. Eine strenge und optimal abgestimmte physiotherapeutische Nachbehandlung ist Pflicht nach diesem aufwendigen Eingriff.

Auch Umstellungsoperationen zur Verschiebung von Belastungsachsen in einem Gelenk gehören im Sinne der Schonung und Erhaltung des noch vorhandenen Gelenkknorpels zu den verwendeten Methoden

nach oben

Muskelfaserriss/Muskelverletzungen

Der Muskelfaserriss ist eine Verletzung, bei der es nach einer stärkeren Belastung zum Zerreißen von Muskelgewebe kommt. Im Gegensatz zur Muskelzerrung, einer Überdehnung von Muskelfasern, bzw. Muskelfaserbündeln, lässt sich eine Strukturveränderung mit Zerstörung von Muskelzellen und eine Einblutung erkennen.
Prinzipiell können Muskelverletzungen in die Muskelzerrung, den Muskelfaserriss und den Muskelriss eingeteilt werden. Der Verletzungsmechanismus ist stets der gleiche, lediglich das Ausmaß der Schädigung macht den Unterschied. Wenn man vom Muskelfaserriss spricht, so sind prinzipiell viele Muskelfasern gerissen, meist ein ganzes sogenanntes Muskelfaserbündel und nicht eine einzelne Muskelfaser. Der Riss einer oder weniger Muskelfasern wirkt sich nicht spürbar auf die Leistungsfähigkeit aus und ist bei jedem normalen Training üblich, wird also nicht als Verletzung per se angesehen.

Beim Muskelfaserriss wird meist von einer stärkeren Anstrengung und einem plötzlich einschießenden Schmerz berichtet, danach bleibt die Funktion oft schmerzhaft eingeschränkt.

Therapie

Im Akutstadium wird therapeutisch das PECH Schema angewendet: Pause, Eis, Compression und Hochlagern. So soll ein übermäßiges „Einbluten“ in den Muskeldefekt vermieden werden, was die Regenerationsphase deutlich verlängern würde.
Klinisch lässt sich häufig eine Delle im Bereich der Faserverletzung tasten. Die Kompression und spezielle Tapeverbände sollen den defekt möglichst klein halten, da sich sonst eine größere Muskelnarbe ausbildet.
Mit Massagen sollte genau aus diesem Grund mindestens 2 Wochen gewartet werden, bei zu früher Tiefenmassage würde sich das Defektareal und in weiterer Folge die Muskelnarbe nur vergrößern.
Neuerdings werden zur Beschleunigung der Heilung auch Injektionen mit PRP (=platelet rich plasma) eingesetzt. Erste Studien zeigen hier ermutigende Ergebnisse.

Ist ein Großteil des Muskels betroffen, bzw. handelt es sich um einen echten Muskelriss, so können mitunter chirurgische Maßnahmen notwendig werden.

Wichtig ist vor allem ein nicht zu rascher und behutsamer Wiedereinstieg ins Training, eine begleitende Physiotherapie kann hier sehr hilfreich sein.
Wird zu früh zu stark belastet, so kann es rasch zu neuerlichen Verletzungen kommen.

nach oben

Tennisellbogen

Beim Tennisarm (Epicondylitis radialis humeri) handelt es sich um eine Überlastungsreaktion bei Überbeanspruchung der Strecksehnen der Hand und der Finger. Durch berufliche oder sportliche Belastung kommt es zu degenerativen Veränderungen im Bereich der Sehnenansätze am äußeren unteren Teil des Oberarmknochens (radialer Epicondyl). Meist ist beim Tennisellbogen die Sehne des kurzen Daumenstreckmuskels (M. extensor carpi radialis brevis) betroffen.

Typische Symptome beim Tennisarm sind lokale Schmerzen über dem äußeren Ellenbogen bzw. dem äußeren Unterarm knapp unterhalb des Ellenbogens, die beim kraftvollen Faustschluss stärker werden und so ein festes Zugreifen teilweise unmöglich machen. Bereits geringe Belastungen können bei Vorliegen einer Epicondylopathie die beschriebenen Beschwerden auslösen.

Die konservative Therapie ist in bis zu 90 Prozent der Fälle erfolgreich und besteht aus Schmerztherapie, eventuell Infiltration mit Kortison und Physiotherapie mittels Dehnungstherapie (exzentrische Kontraktionen), Querfriktionen sowie eventuell Elektro- und Ultraschalltherapie. Auch PRP-Infiltrationen können hier den Heilungsverlauf beschleunigen.
Bei Rückschlagsportarten sollte eine Verbesserung der Schlag und Grifftechnik angestrebt werden. Spezielle Epicondylitis Bandagen sollen die Zugrichtung der Sehnen beeinflussen und somit Belastungen von den Sehnenansätzen nehmen.

Operativ stehen neben der Sehneneinkerbung nach Hohmann und einer eventuell kombinierten Denervation des lateralen Epicondyls nach Wilhelm auch eine Exzision (Entfernung) des degenerativ veränderten Sehnengewebes des M. extensor carpi radialis brevis zur Verfügung. Letztgenannte Methode kann neuerdings auch arthroskopisch durchgeführt werden.

nach oben